1. Du musst deinen Psychiater achten und ehren und lieben aus ganzem Herzen.
2. Du darfst an deinem Psychiater nicht zweifeln, da er dir sonst keine Heilung garantieren kann, denn nur der Glaube versetzt Berge.
3. Du darfst keine Kritik an deinem Psychiater üben, zumindestens keine, die er nicht als Krankheitssymptom diagnostizieren kann.
4. Du mußt deinem Psychiater deine Schwierigkeiten mitteilen. Er wird dir dankbar dafür sein, denn auch er hat einen Hang zur Kreativität und wird dann eine phantasievolle Diagnose daraus machen.
5. Du musst die verschriebenen Medikamente nach Vorschrift des Psychiaters nehmen und ihm sagen, dass es dir damit besser geht. Ihm geht es zumindest besser, denn auch er braucht ein Erfolgserlebnis und freut sich wie der Weihnachtsmann.
6. Erfreue ihn und berichte über Nebenwirkungen. Er weiss sofort Abhilfe mit einem neuen Medikament. Er kann sich dann wie der liebe Gott fühlen, indem er dir beliebig etwas zufügt, was er sofort wieder rükgängig machen kann.
7. Zeige deinem Psychiater niemals, dass noch Leben in dir steckt, denn das verwirrt ihn, und er muss sich als Versager fühlen. Sollte dies doch mal der Fall sein, lass dich von ihm als gemein(und)gefährlich in die Klinik einweisen, damit er sich nicht völlig überflüssig und hilflos fühlt.
8. Beglücke ihn mit deiner Kapitulation, denn dann hat er dich erfolgreich therapiert und du darfst ihn auf Lebenszeit besuchen. Er freut sich jedesmal darüber, denn du und deinesgleichen garantieren ihm seinen Lebensunterhalt. |